2 x 3 macht 4 – widdewiddewitt und 3 macht iPad9?

Digitale Bildung und Medienkompetenz an unseren Schulen: Neben der Inklusion DAS Megathema in der Bildung! Grund für uns einen Kongress zu organisieren, auf dem Beteiligte aus den unterschiedlichsten  Gruppen zusammenkommen, das Thema kritisch diskutieren und neue Impulse gewinnen können.

Aber ausschließlich reden und diskutieren hilft auch nicht immer weiter. Deswegen haben wir auch ein paar Aussteller eingeladen, die Software, Tablets, Initiativen, aber auch Bücher (!) vorstellen.

Schnell zeigt sich: Digitale Bildung ist ein Thema zum Anpacken, es ist greifbar und betrifft uns fast alle. Kein Wunder das rund 250 Interessierte gekommen sind. Solch große Themen anzugehen, erfordert viel Mut. Das betont auch unsere stellvertretende Fraktionsvorsitzende Angela Freimuth bei ihrer Begrüßung.

Und dann wird es futuristisch: Prof. Dr. Johannes Schöning, Professor für Mensch-Maschine-Interaktion an der Uni Hasselt in Belgien, betont zwar, dass er nicht in die Zukunft blicken kann. Er zeigt aber in seinem unterhaltsamen Vortrag auch, was heute schon möglich ist und was bald möglich sein wird. Und dass Star Trek-Technologien gar nicht so weit entfernt sind.

Der Informatiker ist aber kein „blinder“ Technik-Narr. Er bezieht auch die Risiken ein: „Traue keiner Technologie, die nicht mindestens eine 10- oder 20-jährige Geschichte hat.“ Die VR-Brille besteht diesen Vertrauenstest. Sie tauchte schon in den 1990ern bei den Simpsons auf. Durch sie werden Expeditionen in die Arktis, in den Weltraum oder ins antike Rom möglich – und vielleicht ja auch eine neue Form der Abschlussfahrt!

Einen ganz wichtigen Satz sagt Prof. Schöninger am Ende seines Vortrags – der so definitiv nicht nur für das Thema Bildung gilt:

An die technischen Visionen knüpft Steffen Ganders von Samsung an – einem der großen Hersteller, die bei der Digitalisierung eine wichtige Rolle spielen.

Klar, es geht hier auch um einen großen Absatzmarkt, aber Ganders stellt auch verschiedene Projekte mit Schulen vor, von denen einerseits Samsung lernt, die aber andererseits auch den Schulen helfen. Wichtig ist ihm die Technikbegeisterung – und zwar geschlechterübergreifend.

Eine Vorreiterschule bei der Digitalisierung ist das Franz-Stock-Gymnasium in Arnsberg. Was liegt also näher als ein paar Beispiele dieser Schule auf unserem Kongress vorzustellen?

Schulleiter Andreas Pallack und seine Kollegin Jenny Radzimski-Coltzau erzählen, wie alles begann: Nämlich nicht mit der Frage, wie man die Schule am besten mit der neusten Technik aufpumpen kann, sondern der nach dem pädagogischen Ziel.

Dafür wurden auch von Beginn an die Lehrer und ihre Motivation eingebunden:

Die beiden Experten verschließen sich aber nicht der Risiken und der Kritik an digitalen Medien. Es ist wichtig, darauf zu achten, wo und wie sie eingesetzt werden, sagen sie. So können sie zum Beispiel auch entgegen aller Vorbehalte für das Erlernen der Schreibschrift nützlich sein.

Insgesamt tolle Erkenntnisse, von denen noch viele lernen können. Dabei beschäftigt uns die Frage ja nicht erst an weiterführenden Schulen, wie dem Franz-Stock-Gymnasium. Wann sollte es eigentlich losgehen mit digitalen Medien in der Bildung? Das fragten wir nicht nur uns, sondern auch die Kongressteilnehmer im Vorfeld. Und die Ergebnisse sind eindeutig uneindeutig:

Umfrage

Der Albtraum eines jeden „Wer wird Millionär“-Kandidaten beim Publikumsjoker. Uns zeigt es hingegen: Es gibt viel Diskussionsbedarf. Und so kommen auch in der Diskussion mit dem Vorsitzenden  der Landeselternschaft der NRW-Gymnasien, Ulrich Czygan, dem Telekom-Stiftungschef Dr. Ekkehard Winter, dem Geschäftsführer der Medienberatung NRW, Wolfgang Vaupel, und den Teilnehmern im Plenarsaal des Landtags verschiedene Meinungen zum Vorschein.

Einigkeit besteht allerdings darin, dass eine technische Aufrüstung ohne pädagogische Ziele und didaktische Konzepte keinen Sinn macht – so wie es auch das Franz-Stock-Gymnasium sieht.

Wichtig hierfür ist eine entsprechende Ausbildung der Lehrer. Die steckt aber noch in den Kinderschuhen. Das beklagt auch ein Teilnehmer, der als Informatiklehrer händeringend nach Materialien sucht. Ein weiterer Auftrag an die Politik, neben dem Ausbau der Infrastruktur. Um diesen zu beschleunigen fordert unsere schulpolitische Sprecherin Yvonne Gebauer in ihrem Abschluss-Statement eine Aufhebung des Kooperationsverbots. Diese Forderung ist ebenfalls schon mehrfach an diesem Abend gefallen, auch unter einem anderen Gesichtspunkt: Bei der ungleichen Finanzsituation der Kommunen kann schnell ein Ungleichgewicht bei der Digitalisierung in den Schulen entstehen wenn die Kommunen als Träger allein für die Ausstattung zuständig sind. Das gilt es zu verhindern.

Ein toller Kongress mit vielen wichtigen Aspekten, von denen einige auch in unserem Diskussionspapier zu finden sind. Wir bleiben dran und treiben den Bildungssprung weiter voran!

 

4 Gedanken zu „2 x 3 macht 4 – widdewiddewitt und 3 macht iPad9?

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