Digitalisierung: „Handwerk ist nicht nur Hand-, sondern auch Kopfarbeit“

So vielfältig wie das Handwerk selbst sind auch die Chancen und Risiken der Digitalisierung. Das wird in der Expertenanhörung der Enquete-Kommission zur Zukunft von Handwerk und Mittelstand in NRW schnell klar. Fachleute aus ganz unterschiedlichen Bereichen liefern wichtigen Input für eines der derzeit größten Zukunftsthemen.

„Handwerk ist aber nicht nur Hand-, sondern auch Kopfarbeit“, sagt Alexander Barthel vom Zentralverband des Deutschen Handwerks. Und genau bei dieser „Kopfarbeit“ liegen die Potenziale der Digitalisierung, von administrativen Aufgaben bis zur Vernetzung der Produktionsschritte eines Betriebs.

Aber nicht die Digitalisierung innerhalb der Unternehmen (die wird weitestgehend vorausgesetzt), sondern die Neuordnung ganzer Wertschöpfungsketten steht im Fokus der Experten. Welf Schröter vom Forum Soziale Technikgestaltung des DGB sieht eine große Herausforderung für das Handwerk darin, dass die Herstellung in Kleinstmengen durch die Digitalisierung nun auch bei industriellen Prozessen möglich ist. Sein Appell: Die Branche darf die Entwicklung nicht allein aus der technischen Perspektive betrachten, sondern müsse die Erfahrung der Praxis zum Vorteil nutzen. Umso wichtiger werden da die Aussagen von IHK NRW-Geschäftsführer Matthias Mainz. Er stellt unter anderem die Menschen in den Mittelpunkt. Sein zentrales Anliegen: die Qualifikation der Mitarbeiter.

Einen völlig anderen Blickwinkel liefert IT-Experte Tobias Morsches. Neue Chancen fürs Handwerk sieht er allein durch Entwicklungen im Bereich „Smart Home“. Aber er fordert auch Achtsamkeit ein. Mit dem Einsatz der neuen Technik müssen auch die Sicherheitssysteme wachsen, lautet seine Mahnung. Wie nötig das ist zeigen die steigenden Angriffe aus dem Netz gegen den sich der Mittelstand wehren muss.

Verwaltung, Vernetzung von Maschinen, neue Wertschöpfungsketten, Qualifikation, IT-Sicherheit: Die Digitalisierung durchdringt auch im Handwerk nahezu alle Bereiche. Noch stehen wir ganz am Anfang der Entwicklung, bestätigt Alexander Markowetz, Junior-Professor an der Uni Bonn, mit einem augenzwinkernden Hinweis auf das „Neuland“-Zitat der Bundeskanzlerin: „Was wir bis jetzt gesehen haben, ist noch nichts von dem, was noch kommt.“ Wir sind gespannt auf die kommenden Innovationen.

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