Viel Verkehr auf der Milchstraße

„Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis…“ Das kennen wir aus den Star Wars-Filmen. So weit müssen wir aber gar nicht schauen, um Action im All zu erleben. Da reicht ein Blick in die Erdumlaufbahn. Das zeigte sich beim Besuch unserer Abgeordneten Angela Freimuth, Björn Kerbein und Dietmar Brockes beim deutschen Weltraumlagezentrum in Uedem. Hier arbeitet die Luftwaffe gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) für die Überwachung und Aufklärung aller erdnahen Objekte.

Krieg der Sterne mag sich spektakulär anhören und könnte vielleicht irgendwann mal Realität sein. Eine große Herausforderung für die Raumfahrt besteht aktuell aber vor allem darin, Satelliten so zu steuern, dass sie durch Weltraumschrott, Weltraumwetter und andere, beabsichtigt in den Orbit katapultierte Objekte keinen Schaden nehmen.

Schrott ausweichen? Klingt zunächst vielleicht weniger spannend. Aber die Anzahl und Geschwindigkeit der Objekte spricht eine andere Sprache: 700.000 Teile, die größer als einen Zentimeter sind, kreisen um die Erde. 30.000 sind größer als zehn Zentimeter. Bereits ab dieser Größe endet ein Crash mit einem Satelliten im Totalschaden. Ok, im Weltall ist viel Platz. Aber in der niedrigen Erdumlaufbahn zwischen 200 und 2.000 Kilometer Höhe bewegen sich die Objekte mit 8 Kilometern pro Sekunde. Das sind 28.800 km/h. Macht eine Erdumrundung in nur 90 Minuten. Und an den Polen können sich die Bahnen kreuzen…

Hinzu kommt der reguläre Verkehr. Aktuell befinden sich rund 1.200 aktive Satelliten im Weltraum. Allein durch das Projekt OneWeb (http://oneweb.world/) sollen 695 zusätzliche kleine Satelliten ins All befördert werden. „Das Thema Verkehr im Weltraum wird dramatisch zunehmen“, erklärt Oberst Thomas Spangenberg von der Luftwaffe. Denn die Bedeutung der Satelliten ist groß. Nicht nur unsere Navigationssysteme sind vom GPS aus dem All abhängig. Zum Beispiel läuft auch die Zeitsynchronisation für die weltweiten Bankengeschäfte über die Weltraumtechnik. Ganz zu schweigen von der militärischen Bedeutung. „Ohne die Technik aus dem All geht nichts“, betont Dr. Gerald Braun vom DLR, der das Weltraumlagezentrum gemeinsam mit Spangenberg führt.

Vor diesem Hintergrund erkundigt sich Dietmar Brockes über die Bedeutung der Raumfahrt für irdische Konflikte. Die Antwort fällt deutlich aus: Sie ist sehr groß – Tendenz steigend. Denn nicht alle Objekte werden mit guter Absicht nach oben geschossen. Eine Annäherung an andere Satelliten, um diese in der Kommunikation zu stören, ist mittlerweile genauso möglich, wie ein gezielter Abschuss mit Raketen von der Erde aus.

Und plötzlich scheint Star Wars doch gar nicht mehr so weit weg.

Die Abgeordneten Björn Kerbein, Angela Freimuth und Dietmar Brockes (v.l.n.r.) mit dem Kommandeur des Weltraumlagezentrums Generalleutnant Wundrak.
Die Abgeordneten Björn Kerbein, Angela Freimuth und Dietmar Brockes (v.l.n.r.) mit dem Kommandeur des Weltraumlagezentrums Generalleutnant Wundrak

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