Werkstattgespräch: Rhein Ruhr City 2032 – Olympische und Paralympische Spiele in NRW

Rhein Ruhr City 2032 – so lautet der Name für die Initiative von Michael Mronz zur Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2032 in der Metropolregion Rhein-Ruhr. Die Vision: ein überregionales, gemeinschaftliches und nachhaltiges Konzept.

Im Werkstattgespräch der FDP-Landtagsfraktion haben mehr als 60 Gäste mit Abgeordneten und Experten über dieses Projekt gesprochen. Das Ziel des Gesprächs war es Chancen, Herausforderungen und Vorbehalte zu diskutieren und Überlegungen anzustellen, welche Stellschrauben für eine erfolgreiche Bewerbung für das Großsportfest vorgenommen werden müssen.

Marc Lürbke, Innenpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, erklärt in der Begrüßungsrunde: „Die Ausrichtung der Olympischen Spiele ist eine echte Chance für alle Menschen in Nordrhein-Westfalen und für die Weiterentwicklung unseres Landes.“ Bei nachhaltiger Spielausrichtung käme es zu einem Schub für Wirtschaft und Verkehr, wovon alle Menschen in NRW profitieren könnten. Eine mögliche Olympia-Bewerbung hätte die Unterstützung der FDP-Fraktion und des Koalitionspartners CDU, das ist auch im Koalitionsvertrag verankert. „Die FDP-Fraktion hat bereits vor zwei Jahren, als Michael Mronz die Idee erstmals öffentlich machte, den Dialog mit dem DOSB angeregt“, sagte Lürbke.

Einem Projekt dieser Größenordnung stellen sich selbstverständlich zahlreiche Herausforderungen, wie sich bei Bewerbungen verschiedener Städte bereits gezeigt hat.

Andreas Terhaag, Sprecher für Sport der FDP-Landtagsfraktion, betont den hohen Stellenwert von Sport in Nordrhein-Westfalen: „Wir sind Sportland Nummer 1 und das wollen wir auch bleiben.“ Mit dem Sitz des NPC in Bonn, hat die paralympische Idee in NRW ohnehin einen Ankerpunkt. Nach mehreren politisch umstrittenen Vergaben von Sport-Großveranstaltungen würde sich Deutschland, das Sportland NRW als Ausrichter von olympischen und paralympischen Spielen gut anbieten. Für eine Bewerbung für 2032 sei nun eine optimistische Aufbruchsstimmung notwendig sowie ein offener und fairer Umgang mit denen, die dem Projekt mit Zweifeln begegnen.

Durch den Zusammenschluss mehrerer Kommunen sei viel möglich, erklärt Michael Mronz, Sportmanager und Gründer der Initiative: Eine Vielzahl der heute bestehenden Sportstätten sei zu 100% wettbewerbsfähig. Es seien heute bereits 80% aller erforderlichen Sportanlagen für das Großsportfest vorhanden. Hierfür eigneten sich die vier Messestandorte Köln, Düsseldorf, Dortmund und Essen. Mit 115.000 Hotelbetten sei in der fünftgrößten Metropolregion Europas außerdem für ausreichend Unterkunft gesorgt – für eine Bewerbung würden vom IOC nur 42.000 verlangt. Mronz erwähnt auch, dass die Zeitschiene mit nur 14 Jahren bis zu einer Ausrichtung von Olympia ambitioniert sei. „Unsere Initiative wächst aus den Sportvereinen, die Idee für Olympische Spiele wird von der Basis getragen“, sagte Mronz.

Gerade durch die Unterstützung aus den Vereinen, die in NRW zutiefst verankerte Sportbegeisterung sieht Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt, in dem Projekt eine große Chance für NRW und für die Rhein-Ruhr Region. Auch für den ländlichen Raum, könnten die olympischen Spiele Impulse liefern. Nicht nur für die Beherbergung der Gäste oder die Ausrichtung von Jugendcamps. Gerade im ländlichen Raum gibt es Chancen – etwa durch Ausbau der Infrastruktur erfolgen und bessere Vernetzung der Mobilität.

Eine wissenschaftlich-kritische Sichtweise auf die Ausrichtung von olympischen und paralympischen Spielen gibt Professor Danyel Reiche von der Amerikanischen Universität in Beirut. Er spricht über Chancen und Risiken. Als reine Erfolge gelten laut seinen Ausführungen Barcelona und Los Angeles. Andere Austragungsorte – auch in Industrieländern – hätten auch Negativeffekte gehabt: Montreal brauchte Jahrzehnte zur Abbezahlung der Austragungsorte, London musste sinkende Tourismuszahlen in den Folgejahren in Kauf nehmen. Reiche weist auch darauf hin, dass nicht immer der erste Bewerbungsanlauf zum Erfolg führt. Zudem sei ein so genanntes „Legacy-Management-Programm“ zur Gestaltung über den Zeitpunkt des eigentlichen Events hinaus notwendig.

Für Jonathan Koch als Vertreter der Athletenkommission und mehrfacher Olympionike, ist das olympische Dorf das Herz der olympischen Spiele. Koch ist der Meinung, dass das Konzept von Rhein Ruhr City 2032 vielen gute Lösungsansätze bereithält. Er betont, dass Olympia nicht nur ein Sportevent, sondern auch ein Kulturfest ist. Koch empfiehlt eine realistische Kosteneinschätzung und Transparenz beim Mitteleinsatz. Eine gute Kommunikation nehme die Bevölkerung mit und spalte sie nicht.

In einer intensiven Diskussion meldeten sich Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter aus der Radsportszene, der Deutschen Olympischen Akademie und des Landessportbunds zu Wort. Unter den Gästen war auch die ehemalige Hochspringerin und zweifache Olympiasiegerin Ulrike Nasse-Meyfarth. Der Abend gab einen spannenden Einblick in unterschiedliche Meinungen und Perspektiven, und jede Menge Anregungen für die weitere Zukunft des Projekts.

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RE-LIVE:

Das komplette Werkstattgespräch hier nochmal im Video.
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