eSports und Gaming – im Wettkampf mit dem Sport?

eSports und Gaming – im Wettkampf mit dem Sport?

„League of Legends”, “Overwatch”, “Counterstrike” und “Fortnite” – das sind Beispiele für einige der größten und beliebtesten Online-Games. Die Palette von Spielen ist riesig und ebenso die Zahl der Fans, die sich im Netz aber auch auf Veranstaltungen zum Spiel mit- und gegeneinander treffen. Nicht ausschließlich, aber hauptsächlich tummeln sich dort junge Menschen.

Was für den ein oder anderen Neuland sein mag, ist ein beliebtes Hobby und wird inzwischen von nicht wenigen auch hauptberuflich als Profi-Spieler betrieben. Medium und Mittelpunkt sind dabei die genannten Games, die gegeneinander gespielt werden. Der sportlich organisierte Wettkampf zwischen Menschen durch Computerspiele wird als eSport oder auch elektronischer Sport bezeichnet.

Ist eSport aber nun eigentlich „richtiger“ Sport, vergleichbar zum Beispiel mit Schach? Gibt es Schnittmengen mit dem klassischen Sport? Wie wird sich der eSport künftig entwickeln? Diese Fragen standen im Zentrum des Werkstattgesprächs, das die FDP-Landtagsfraktion Nordrhein-Westfalen zum Thema organisiert hat.

Durch den Abend führte Susanne Schneider, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, zusammen mit Andreas Terhaag, dem sportpolitischen Sprecher und Thomas Nückel, dem medienpolitischen Sprecher der Fraktion.

Zu Gast waren Gerrit Stukemeier alias „phrenic“ (so sein Pseudonym beim Gaming), Profi-eSportler im Spiel „League of Legends“, Niklas Timmermann, Vizepräsident des eSport-Bunds Deutschland und ehemaliger Europa- und Weltmeister im Spiel „Need for Speed“ sowie Jens Wortmann, Vizepräsident Sportjugend des Landessportbunds Nordrhein-Westfalen.

Andreas Terhaag eröffnete die Veranstaltung: „NRW ist Sportland Nr. 1. Diese Pole Position wollen wir ausbauen, indem wir eine dem gesellschaftlichen Wandel entsprechende Sportentwicklung in Nordrhein-Westfalen ermöglichen.“

Gerrit Stukemeier gab den Anwesenden und Online-Zuschauern im Livestream einen exklusiven Einblick in den Trainingsalltag eines eSport-Profis. „Das klingt für Sie vermutlich recht spät, aber der Tag beginnt um 10 Uhr, da bis in die späten Abendstunden hinein gespielt wird.“ Einzeltraining ab 11 Uhr, Teammeeting um 13.30 Uhr mit dem Coach, Teamspiele ab 14 Uhr, jeweils eine Stunde mit Feedbackrunde im Anschluss. Mittagspause von 17-18 Uhr, danach vorausgeplante Spiele gegen andere Teams. Bis 21 Uhr geht so ein Tag, dann ist Feierabend. Das hält Stukemeier und viele seiner Kollegen allerdings nicht davon ab, bis in die Nacht hinein noch weiter zu trainieren.

„phrenic“ bei einer Demonstration des Spiels „League of Legends“ im Anschluss an das Werkstattgespräch

Niklas Timmermann vom eSport-Bund Deutschland erklärte den Unterschied zwischen Profi- und Breiten-eSport: „eSport ist kein homogener Block. Es gibt einerseits den Profi-Sport mit großen Sponsoren, der sich selber finanziert. Dieser Markt finanziert sich ohne Hilfe des klassischen Sports.“ Es gibt allerdings auch den Breitensport. Anders als beim Fußball, wo man sich als Spieler von unten hocharbeite, wachse der eSport andersherum.

Jens Wortmann vom Landessportbund Nordrhein-Westfalen hat eine distanzierte Haltung zum eSport und äußerte ganz klar: „eSport ist kein Sport.“ Der klassische Sport sei Selbstzweck und es sei möglich auch alleine Sport zu treiben. Beim eSport bedürfe es dagegen immer um den Einbezug des Wettkampfaspektes. Sportvereine sollten sich allerdings dennoch aus rein praktischen Gründen mit dem eSport beschäftigen, um im Bereich Medien und Digitalisierung fit zu sein. 

Es gab eine lebhafte Diskussion mit den mehr als 40 Gästen, die großes Interesse am Thema zeigten. Der sportpolitische Sprecher Andreas Terhaag fasste am Ende zusammen: „Die FDP-Fraktion wird mit dem Koalitionspartner eine kleine Lösung auf Landesebene hinsichtlich der Gemeinnützigkeit diskutieren.“ Er begrüßte die praktische Herangehensweise des Landessportbunds Nordrhein-Westfalen an das Thema.

Live-Mitschnitt des Werkstattgesprächs

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