Dürfen wir vorstellen: Die Stadt der Zukunft

Wie machen wir unsere Städte zukunftssicher und halten unsere Innenstädte attraktiv? Diese Fragen der Stadtentwicklung zogen rund 140 Gäste an, die sich beim Werkstattgespräch der FDP-Fraktion „Wie wir morgen leben. Wir gestalten die Stadt der Zukunft.“ austauschten.

Zu Beginn des Abends beschrieb Dr. Jan Heinisch, Staatssekretär im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung den NRW-Kurs in der Stadtentwicklung: Alle Kommunen, von sehr kleinen bis ganz großen, sollen nach ihren eigenen Vorstellungen planen und sich demensprechend entwickeln können. Dabei gelte es an vielen Stellen, „städtebaulich die Mitte zu finden“, zum Beispiel zwischen dem Erhalt historischer Bauten und einer modernen, zukunftsfähigen Innenstadt. Aber auch der „schleichenden Entmischung“ will der Staatssekretär etwas entgegensetzen, um verschiedene Nutzungen wie etwa Handel, Handwerk und Wohnen wieder besser in Einklang zu bringen,

Ralf M. Beckmann, Geschäftsführer von Stadt+Handel, blickte in einem kurzen Impuls auf die „gute Stube“ einer Stadt: Die Innenstadt. Es gehe darum, eine gute Zeit in der Innenstadt zu gestalten und Qualität erlebbar zu machen. Aufenthaltsqualität, Ambiente und Flair seien den Menschen heute besonders wichtig. Die Politik sollte deshalb neue Entwicklungen bei der Planung auf dem Schirm haben: „Wir müssen Plätze des sozialen Miteinanders entwickeln und Innenstadt als Erlebnis verstehen. Die Stadt von Morgen kann nicht mit den Ideen von gestern gestaltet werden.“

Bei Julia Nitsche vom Unternehmen Drees & Sommer stand das neue Wohnen im Vordergrund. Vielfältigere Familienformen und ein veränderter Lebensstil machten mehr Flexibilität und eine stärkere Orientierung am Nutzer notwendig, erklärte sie: „Planung muss sich am Wohlfühlfaktor für den Nutzer orientieren.“ Weil die Lebenswelten der Menschen sich immer stärker vernetzten, biete die Digitalisierung viele Mehrwerte, sowohl für die Planung und Analyse als auch für den Komfortfaktor.

Hier knüpfte der dritte Kurzvortrag von Hermann Meyersick, Geschäftsführer der Ströer Deutsche Städte Medien GmbH, an: „Digitalisierung eröffnet im öffentlichen Raum völlig neue Möglichkeiten.“ Anhand einiger praktischer Beispiele wie etwa digitaler Informations- und Werbeflächen, moderner Luftfiltertechnik in Stadtmobiliar oder begrünter Anlagen zur Reduzierung der Feinstaubbelastung zeigte er dem Publikum innovative Lösungen für Nachhaltigkeit und Information.

Nach einer vielseitigen Diskussion zog der Landtagsabgeordnete Stephen Paul, Sprecher für Heimat, Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung der FDP-Landtagsfraktion Bilanz. Mehr Aufenthaltsqualität, mehr Flexibilität für verschiedene Nutzungen und Spielraum für innovative Lösungen – die Stadt von morgen brauche Freiraum für Veränderung ohne ihre Einzigartigkeit und Authentizität zu verlieren. Nur im Dialog miteinander und durch eine verbesserte Kooperation aller Stadtgestalter und Nutzer vor Ort ließe sich die Stadt der Zukunft lebenswert und lebendig gestalten.

Zum Abschluss warb Stephen Paul deshalb für eine veränderte Sichtweise und Debatte: „Wir brauchen in Zukunft in erster Linie eine Qualitätsdebatte, wenn wir über Stadtentwicklung sprechen.“

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