Kultur und Bildung online genießen – Digitale Angebote in Zeiten der Corona-Krise

Schulen, Bibliotheken, Museen, Kinos, Theater: alle bleiben geschlossen. Das heißt jedoch nicht, dass wir auf kulturelle Inspiration und Bildung verzichten müssen – lediglich der Erfahrungsort ändert sich.  

So reagieren beispielsweise viele öffentlich-rechtliche Sender auf die unterrichtsfreie Zeit, indem sie ihr Jugendprogramm umstellen und erweitern. Der WDR hat mit gemeinsam mit dem nordrhein-westfälischen Schulministerium die Bedürfnisse von Schulen, Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern zusammengeführt und dabei ein neues digitales Lernangebot entwickelt.

Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer erklärt: „Ich freue mich außerordentlich, dass der WDR in dieser Ausnahmesituation seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag besonders ernst- und wahrnimmt. Mit dem kurzfristig entwickelten Programm gibt es im WDR Fernsehen während der unterrichtsfreien Zeit ein sinnvolles Lern- und Bildungsangebot für unsere Schülerinnen und Schüler.“ Aktuell wird im WDR Fernsehen täglich in der Zeit zwischen 9.00 und 12.00 Uhr ein Programm für Schülerinnen und Schüler im Grundschulalter ausgestrahlt, darunter eine Ausgabe der Sendung mit der Maus. Mit dem Angebot des WDR geht es nicht darum den Unterricht zu ersetzten, sondern ihn zu begleiten und die kommenden Wochen so spannend und lehrreich wie möglich zu gestalten. In der Mediathek des WDR und auf der Website  https://www.planet-schule.de/ finden Sie weitere fachbezogene Lernangebote für Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen.

Das nordrhein-westfälische Familienministerium bietet gemeinsam mit dem Kinderkanal des ARD und ZDF täglich neue, kindgerechte Mitmachvideos an. Darunter ist auch ein besonderes Programm für Kinder im Vorschulalter. Familienminister Joachim Stamp erklärt: „Wir bieten zusammen mit KiKA ab sofort spannende Videos an, die für viel Spaß sorgen. Mit abwechslungsreichen Themen und tollen Gelegenheiten zum Mitmachen ist das neue Angebot eine schöne Möglichkeit, auch zu Hause kreativ zu sein. Die Landesregierung unterstützt mit diesem Angebot insbesondere Familien mit kleinen Kindern, die in diesen Tagen vor ganz besonderen Herausforderungen stehen.“ Mehr zum Programm gibt es hier.

Auch Bibliotheken möchten dazu beitragen, den Zugang zu Bildung und Kultur weiterhin sicherzustellen. Bislang konnten Bürger und Bürgerinnen nur mit einem Bibliotheksausweis auf die digitalen Angebote – E-Books, E-Zeitschriften, Sprachkurse, Bilderbücher für den Computer, Musik und E-Tutorials- der Bibliotheken zugreifen. Jetzt bieten immer mehr Bibliotheken Nordrhein-Westfalens befristete Digi-Abos für die Bewohner ihrer Gemeinde an. Weitere Informationen finden Sie hier.

Kultur trotz(t) Corona

Die Schließung ihrer Häuser macht Kultureinrichtungen kreativ: Zahlreiche Museen in NRW öffnen ihre virtuellen Türen und laden zum digitalen Museumsrundgang auf ihren Websites und Social-Media-Kanälen ein. Viele von ihnen bieten zudem in Zusammenarbeit mit Google Arts & Culture interessante Online-Ausstellungen an.

Darüber hinaus nutzen viele Theater die Möglichkeit, ihr Programm online für alle zugänglich zu machen. Unter dem vielseitigen Angebot befinden sich beispielsweise Highlights der Inszenierungen aus den letzten Jahren oder zu Hause aufgenommene Videos der Darsteller und Darstellerinnen.

Für die Musiker unter Euch empfehlen wir das Angebot des Volksmusikerbunds NRW, bei dem ihr gemeinsam mit einem Online-Orchester musizieren und selbst aktiv werden könnt.

Unsere persönlichen Empfehlungen, wie Ihr Kultur und Bildung in Zeiten von Corona online erfahren könnt, haben wir hier für Euch zusammengetragen. Weitere neue, digitale Kulturtipps aus NRW findet Ihr bei unserem kulturpolitischen Sprecher Lorenz Deutsch.

Viel Spaß!

Digitale Museumsrundgänge

  • Landesarchiv Nordrhein-Westfalen
    • Das „Gedächtnis“ des Landes – Bilder von Orten und Ereignissen in NRW – kann auch im Netz erkundet werden
    • Die Online-Ausstellung „schwarz-weiß wird bunt“ bei Google Arts & Culture zeigt 70 Jahre  Landesgeschichte
  • LWL-Kultur
    • Breites Spektrum an digitalen Formaten mit virtuellen Museumsrundgängen, Sammlungen und Filmen über Westfalen-Lippe
  • LVR-Kultur
    • In den Sozialen Medien geben die LVR-Museen exklusive Einblicke hinter die Museumskulissen, laden zum Spielen oder Chatten ein, präsentieren Sammlungen oder teilen Wissenswertes aus Geschichte, Kunst und Kultur
  • LVR-Landesmuseum Bonn
    • Neue Website „Museum für Zuhause“ mit Videos, Tutorials und gesammeltem Wissen zu der Steinzeit, dem Mittelalter oder auch der MUSIC-Ausstellung
  • KuLaDig
    • Kultur. Landschaft. Digital. – ist ein Informationssystem über die Historische Kulturlandschaft und das landschaftliche Kulturelle Erbe
  • Museum Ludwig in Köln
    • In den Sozialen Netzwerken werden einzelne Kunstwerke in den Serien #MondaysatLudwig oder #newatludwig vorgestellt und unter den Highlights bei Instagram finden sich aktuelle Ausstellungen als digitale Rundgänge
  • Folkwang Museum in Essen
    • Zwei Online-Ausstellungen bietet das Essener Museum aktuell an: „Vincent van Gogh ganz nah“ und eine Sezierung der begehbaren Installation „Helm/Helmet/Yelmo“
    • Die App des Museums Folkwang bietet Zusatzinformationen zu den Highlights der Sammlungen mit ausgewählten Werken etwa von Claude Monet, Vincent van Gogh bis zu Gerhard Richter
  •  Lehmbruck Museum in Duisburg
    • In der großen Retrospektive „Lynn Chadwick. Biester der Zeit” präsentiert das Museum Plastiken, zahlreiche Zeichnungen und Grafiken des britischen Bildhauers
  • Bundeskunsthalle Bonn
    • filmischer Beethoven-Rundgang durch Bonn und in die Bundeskunsthalle zumindest als kleiner Ersatz für den Besuch der aktuellen Ausstellung zum Beethoven-Jubiläumsjahr
    • Filme mit Einblicken in die Ausstellungen und interessanten Hintergrundinformationen
  • DASA Arbeitswelt Ausstellung
    • informieren über die Arbeitswelt und ihre menschengerechte Gestaltung, über verschiedene Berufe und Branchen
  • TextilTechnikum
    • In virtuellen Fashion-Ausstellungen des TextilTechnikums können sich die Besucher auf der Internetplattform Google Arts & Culture mit der Geschichte rund um das Thema Mode vertraut machen
  • Deutsches Röntgen-Museum in Remscheid
    • Ziel ist es, die Themen Medizin, Naturwissenschaft und Technik für alle Besucher greifbar zu machen und sie online durch die faszinierende Welt des Unsichtbaren zu führen

Theater

  • Schauspiel Köln
    • Unter DRAMAZON PRIME bietet das Schauspiel Köln Inszenierungen zum Stream an und startet eine neue Podcast-Serie mit Julian Pöksen LOCKDOWN – DRAUSSEN FRÜHLING; DRINNEN KRISE. EIN PODCAST AUS DEM STILLGELEGTEN LEBEN
  • Düsseldorfer Schauspielhaus
    • veröffentlicht im neuen D’haus-Magazin auf seiner Website Beiträge des Ensembles und Eindrücke aus seiner Arbeit
  • Schauspiel Dortmund
    • Highlights der letzten zehn Jahre auf der Website
  • Schauspielhaus Bochum
    • hat einen neuen Videoblog mit dem Titel „Schauspielhaus #HOMESTORIES“ ins Leben gerufen, der auf der Webseite des Theaters und den Social-Media-Kanälen abgerufen werden kann
  • Theater Essen
    • Künstler/innen präsentieren kleine Programme aus den Theatern, aber auch Videos von zu Hause – digital auf der Website sowie auf den SocialMedia-Kanälen

Angebote für Kinder

  • Museum Kunstpalast
    • Das Museum hat eine eigene Website mit Spielen für Kinder erstellt, mit denen sie das Museum und seine Sammlung kennenlernen können, etwa ein Memory oder eine Detektiv-Jagd
  • Das Junge Theater Bonn
    • Der neue Online-Service „Stage Door“ auf der Internetseite des Theaters öffnet die Türen des Hauses virtuell und erweitert den Blick hinter die Kulissen um zahlreiche Angebote interaktiver Art

Ein Gedanke zu „Kultur und Bildung online genießen – Digitale Angebote in Zeiten der Corona-Krise

  1. Kultur und Bildung online genießen, ist schön und gut. Warum gönnen wir uns aber nicht Schweden live? https://www.swp.de/panorama/Schweden-Corona-Umgang-locker-Kindergaerten-Schulen-und-Restaurants-sind-offen-Einreise-Skigebiete-Infizierte-Altersheime-kein-Besuch-45079758.html

    Und besteht nicht die Gefahr einer Hyperinflation bei den nun kübelweise ausgeschütteten staatlichen Hilfsgeldern? Sollte man sich daher nicht doch einmal die simple Frage stellen: Ist die Shutdown-Therapie vielleicht schlimmer als die Corona-Krankheit selbst?

    Liken

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