Fragen und Antworten zu den geplanten Schulöffnungen

Ab dem 23. April kehren die Schülerinnen und Schüler der Abschlussjahrgänge an die Schulen zurück. Im Zusammenhang mit dieser teilweise Wiederöffnung der weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen uns viele Fragen erreicht. Unsere Sprecherin für Schule, Franziska Müller-Rech hat eure Fragen zum Thema hier beantwortet.

Macht eine Schulöffnung überhaupt Sinn?

Wir verlassen uns auf die Expertinnen und Experten: Sie sagen uns, dass eine Schulöffnung jetzt richtig und wichtig ist und schrittweise erfolgt. Genau das passiert jetzt.

Wieso kann trotz Kontaktsperre die Schule wieder beginnen?

Die Bundesländer haben gemeinsam beschlossen, dass die Prüfungen stattfinden. Deshalb sind Prüfungen auch ein Ausnahmetatbestand des Kontaktverbots. Prüfungsvorbereitungen sind jetzt sehr wichtig für den Prüfungserfolg.

Wer ist von den Schulöffnungen betroffen?

Nach aktuellem Stand sollen am 04. Mai die Viertklässler in die Grundschulen und prioritär diejenigen Schülerinnen und Schüler in die weiterführenden Schulen zurückkehren, die nächstes Jahr Abschlussprüfungen machen. Die nächsten Schritte für alle weiteren Klassen und Jahrgangsstufen werden nach dem 04. Mai festgelegt.

Für wen ist die Teilnahme verpflichtend?

Die Teilnahme am Unterricht ab dem 23.04.2020 und den anderen damit im Zusammenhang stehenden schulischen Veranstaltungen ist verpflichtend

  1. für Schülerinnen und Schüler an Berufskollegs mit bevorstehenden Terminen für dezentrale Abschlussprüfungen, für den schriftlichen Teil von Berufsabschlussprüfungen der Kammern und zuständigen Stellen (vgl. SchulMail Nr. 14, IV. Ziffer 1) sowie für Schülerinnen und Schüler in Bildungsgängen der Ausbildungsvorbereitung und der einjährigen Bildungsgänge der Berufsfachschule Anlage B,
  2. für die Schülerinnen und Schüler weiterführender allgemeinbildender Schulen mit bevorstehenden Terminen zum Erwerb des Hauptschulabschlusses nach Klasse 10 oder des Mittleren Schulabschlusses (vgl. SchulMail Nr. 14, IV. Ziffer 3),
  3. für Schülerinnen und Schüler an allen Förderschulen mit Abschlussklassen (vgl. SchulMail Nr. 14, IV. Ziffer 4).

Lediglich die Teilnahme an Lernangeboten in den jeweiligen Prüfungsfächern zur Vorbereitung auf die Abiturprüfungen ist freiwillig, weil die Schülerinnen und Schüler den curricularen Unterricht in der Q2 nahezu vollständig erhalten haben. Das Angebot einer freiwilligen schulischen Unterstützung bei der Prüfungsvorbereitung soll den aktuellen Umständen Rechnung tragen und ist daher eine Option, keine Pflicht.

Fällt die ZP10 aus?

Nein, die ZP10 fällt nicht aus, sondern wird durch eine dezentral gestellte Klassenarbeit ersetzt.

Wieso wird die ZP10 jetzt dezentral geprüft und das Abitur ist weiterhin eine zentrale Prüfung?

Dieser Weg ist sinnvoll, weil für die Prüflinge der ZP10 durch die Schulschließungen Unterrichtsstoff nicht mehr vermittelt werden konnte. In der zentralen Prüfung könnte also Stoff abgefragt werden, den die Prüflinge nicht durchgenommen haben. Das wäre unfair.
Die Abiturientinnen und Abiturienten befanden sich zum Zeitpunkt der Schulschließung schon in der Wiederholungsphase. Daher wird das Abitur wie geplant als zentrale Prüfung stattfinden.

Entscheidet NRW alleine?

Nein, die Landesregierung hält sich an die Vereinbarung zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten. Die Landesregierung setzt genau diese Beschlüsse jetzt um. Das tun übrigens die anderen Bundesländer auch.

Wieso kann NRW nicht alleine entscheiden?

Weil wir damit riskieren würden, dass in anderen Bundesländern das Abitur aus NRW nicht als Hochschulzugangsberechtigung anerkannt wird.

Ist Deutschland das einzige Land, das Schulen wieder öffnen möchte?

Nein. Als Beispiel: Dänemark hat die Schulen auch wieder geöffnet.

Müssen die Schülerinnen und Schüler, die zur Risikogruppe gehören, an der Prüfungsvorbereitung teilnehmen?

Sofern Schülerinnen und Schüler in Bezug auf das Corona-Virus (COVID-19) relevante Vorerkrankungen haben, entscheiden die Eltern – gegebenenfalls nach Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt, ob für ihr Kind eine gesundheitliche Gefährdung durch den Schulbesuch entstehen könnte. In diesem Fall benachrichtigen die Eltern unverzüglich die Schule und teilen schriftlich mit, dass aufgrund einer Vorerkrankung eine gesundheitliche Gefährdung durch den Schulbesuch bei ihrem Kind grundsätzlich möglich ist. Die Art der Vorerkrankung braucht aus Gründen des Datenschutzes nicht angegeben zu werden. Bei volljährigen Schülerinnen und Schülern gelten die vorstehenden Ausführungen entsprechend.

In der Folge entfällt die Pflicht zur Teilnahme am Präsenzunterricht. Diesen Schülerinnen und Schülern sollen Lernangebote für zu Hause gemacht werden (Lernen auf Distanz).

Eine Teilnahme an Prüfungen ist für diese Schülerinnen und Schülern durch besondere Maßnahmen zu ermöglichen. So muss das Schulgebäude zu einer bestimmten Zeit einzeln oder durch einen gesonderten Eingang betreten werden können und erforderlichenfalls die Prüfung in einem eigenen Raum durchgeführt werden. Können diese Schutzmaßnahmen nicht sichergestellt werden, soll ein Nachholtermin unter dann geeigneten Bedingungen angeboten werden. Im Übrigen gelten die allgemeinen Regeln für das krankheitsbedingte Versäumen von Prüfungen.

Die Vorbereitungen für das Abitur haben bereits (meist online) begonnen. Macht eine Rückkehr zur Schule Sinn?

Ja, das macht Sinn. Für die Prüfungsvorbereitungen kann das sehr hilfreich sein.

Wieso können sich nicht alle Schülerinnen und Schüler von zuhause aus vorbereiten?

Es gibt große Unterschiede in den Elternhäusern. Nicht jeder kann von zuhause aus in Ruhe und mit optimaler Ausstattung arbeiten. Wir möchten eine soziale Ungerechtigkeit vermeiden. Deshalb ist es auch wichtig, dass die Schulen schrittweise öffnen.

Wie sieht es mit sportpraktischen Prüfungen aus?

An einer Lösung des Problems wird gerade gearbeitet. Eine Lösung folgt.

Wie sieht es mit mündlichen Prüfungen aus?

Das müssen wir zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden. Auch hier gilt: Eine Lösung folgt.

Gibt es keine Chance für das Durchschnittsabitur?

Abschlüsse ohne Prüfungen wird es nur geben, wenn Expertinnen und Experten von der Durchführung der Prüfungen abraten und alle Bundesländer einheitlich diesen Weg beschließen. Das ist zum heutigen Zeitpunkt unwahrscheinlich.

Falls es ein Durchschnittsabitur geben wird: Wird es überall anerkannt?

Damit dies gewährleistet werden kann, brauchen wir unbedingt ein bundesweit einheitliches Vorgehen.

Wieso dürfen nur die Prüflinge in die Schule gehen?

Die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten haben nach Rat der Expertinnen und Experten eine schrittweise Öffnung der Schulen beschlossen. Da nicht alle Schülerinnen und Schüler gleichzeitig wieder zurück in die Schule kommen, musste eine Entscheidung getroffen werden. Die Entscheidung fiel dabei auf die Prüflinge, damit noch die wichtige Prüfungsvorbereitung stattfinden kann.

Wann haben Schülerinnen und Schüler, die dieses Jahr ihre ZAP haben, ihren Schulstart?

Am Donnerstag, dem 23. April 2020.

Wie geht es für Schülerinnen und Schüler, die ihre Zentralen Prüfungen am Ende der Klasse 10 haben, weiter?

In den weiterführenden allgemeinbildenden Schulen sollen mit Priorität die Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden, die im Sommer den Hauptschulabschluss nach Klasse 10 oder den Mittleren Schulabschluss erwerben können. Auch hier ist die bestmögliche Vorbereitung das Ziel. Da auch diese Klassen aus Gründen des Infektionsschutzes voraussichtlich geteilt werden müssen, wird die Wiederaufnahme des Unterrichts allerdings auch für diese Schülerinnen und Schüler keine Rückkehr zum „Normalbetrieb“ bedeuten, sondern vielfach mit einem Wechsel von Lehrkräften und einem den schulischen Verhältnissen anzupassenden Unterrichtsangebot in möglichst allen Unterrichtsfächern, vorrangig aber in den Kernfächern, verbunden sein.

Aufgrund der unterschiedlich weit gediehenen Vorbereitungen der Schülerinnen und Schüler wollen wir in diesem Jahr auf eine Prüfung mit landeseinheitlich gestellten Aufgaben verzichten. An deren Stelle soll eine durch die Lehrkräfte der Schule zu erstellende Klassenarbeit treten. Diese orientiert sich einerseits an den inhaltlichen Vorgaben für die ZP 10, nimmt aber andererseits auch stärker auf den tatsächlich erteilten Unterricht Bezug – stärker, als das bei zentralen Prüfungen möglich ist. Diese Prüfungsarbeiten können dann auch zu einem späteren Zeitpunkt als dem für die ZP 10 vorgesehenen ersten Prüfungstag, 12. Mai 2020, geschrieben werden.

Was passiert wenn noch Vorabiklausuren fehlen?

Die Verschiebung der Abiturprüfungen um drei Wochen gibt jenen Schülergruppen, die aufgrund der Schulschließungen noch nicht alle Leistungsnachweise für die Zulassung zu den Abiturprüfungen erbringen konnten – also noch nicht alle so genannten Vorabiturklausuren geschrieben haben – Gelegenheit, das bis zum 12. Mai nachzuholen. Für angehende Abiturientinnen und Abiturienten aus dem Kreis Heinsberg, deren Schulen ja bereits länger geschlossen waren, werden zudem unter Nutzung auch der zentralen Nachschreibetermine für die Abiturprüfungen individuelle Lösungen angestrebt.

Was passiert wenn man als Schülerin oder Schüler erkrankt?

Wie in jedem Jahr wird es auch dieses Jahr Nachschreibetermine geben. Mit einem ärztlichem Attest können Schülerinnen und Schüler die Prüfungen am Nachschreibetermin nachholen.

Sind Lehrerinnen und Lehrer, die zur Risikogruppe gehören, verpflichtet in die Schule zu gehen?

Insbesondere bei nachfolgenden Vorerkrankungen besteht – unabhängig vom Lebensalter – grundsätzlich ein erhöhtes Risiko für einen schwereren Krankheitsverlauf bei einer Infektion mit dem Corona-Virus (COVID-19):

  • Therapiebedürftige Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. coronare Herzerkrankung, Bluthochdruck)
  • Erkrankungen der Lunge (z.B. COPD, Asthma bronchiale)
  • Chronische Lebererkrankungen
  • Nierenerkrankungen
  • Onkologische Erkrankungen
  • Diabetes mellitus
  • Geschwächtes Immunsystem (z.B. auf Grund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch regelmäßige Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr beeinflussen und herabsetzen können, wie z.B. Cortison)

Deshalb ist bei Lehrerinnen und Lehrern mit diesen Vorerkrankungen ein besonderer Schutz erforderlich. Diese Lehrerinnen und Lehrer dürfen zunächst bis zum Beginn des 4. Mai 2020 aus Gründen der Fürsorge nicht im Präsenzunterricht eingesetzt werden. Ein Einsatz bei digitalen Lernformaten (Lernen auf Distanz) sowie die Teilnahme an (z.B. prüfungsvorbereitenden) Konferenzen und schulinternen Besprechungen ist – unter strikter Einhaltung der Hygienevorgaben – zulässig.

Der Nachweis der Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe erfolgt durch eine schriftliche Erklärung der Lehrkraft gegenüber der Schulleiterin oder dem Schulleiter. Die Art der Vorerkrankung ist aus Gründen des Datenschutzes nicht anzugeben. Bei bestehenden Unsicherheiten über das Vorhandensein einer Vorerkrankung sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Sind Lehrerinnen und Lehrer, die das 60. Lebensjahr vollendet haben, verpflichtet in die Schule zu gehen?

Lehrerinnen und Lehrer, die das 60. Lebensjahr vollendet haben, sind unabhängig von Vorerkrankungen nicht im Präsenzunterricht einzusetzen. Ein Einsatz bei digitalen Lernformaten (Lernen auf Distanz) sowie die Teilnahme an Konferenzen und schulinternen Besprechungen ist – unter strikter Einhaltung der Hygienevorgaben – zulässig. Wollen Lehrerinnen und Lehrer dieser Altersgruppe in der Schule im Präsenzunterricht freiwillig tätig werden, ist dies möglich. Eine kurze schriftliche Erklärung gegenüber der Schulleiterin oder dem Schulleiter ist erforderlich.

Sind Lehrerinnen und Lehrer mit Schwerbehinderung verpflichtet in die Schule zu gehen?

Bei einer Schwerbehinderung – ohne Vorerkrankung und vor Vollendung des 60. Lebensjahres – ist ein Einsatz auch im Unterricht grundsätzlich möglich. Bei bestehenden Unsicherheiten sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Die Vertretungen der Schwerbehinderten sind einzubinden.

Sind schwangere Lehrerinnen verpflichtet in die Schule zu gehen?

Aus arbeitsmedizinischen Gründen ist angesichts der derzeitigen Umstände ein Beschäftigungsverbot für eine schwangere Lehrerin auszusprechen. Die zuständigen Schulaufsichtsbehörden werden um entsprechende Veranlassung gebeten.

Sind Lehrerinnen und Lehrer, die pflegebedürftige Angehörige mit Vorerkrankungen im häuslichen Umfeld betreuen, verpflichtet in die Schule zu gehen?

Ebenfalls kein Einsatz im Präsenzunterricht erfolgt bei Lehrerinnen und Lehrern, die pflegebedürftige Angehörige mit Vorerkrankungen im häuslichen Umfeld betreuen. Hier erfolgt der Nachweis der Betreuung eines vorerkrankten Angehörigen durch eine schriftliche Erklärung gegenüber der Schulleiterin oder dem Schulleiter. Die Art der Vorerkrankung des Angehörigen ist aus Gründen des Datenschutzes nicht anzugeben.

Was ist mit Kolleginnen und Kollegen, die zur Risikogruppe gehören und Abiturkurse leiten?

Hier ist es wohl nicht zu vermeiden, dass eine Kollegin oder ein Kollege die Prüfungsvorbereitung der betroffenen Person übernimmt.

Was passiert mit Lehrerinnen und Lehrern, die selber Schul- und Kindergartenkinder haben?

Der Lehrerberuf gehört zu den systemrelevanten Berufen, das heißt sie haben einen Anspruch auf Notbetreuung für ihre Kinder in den Kitas oder in den Schulen bis Jahrgangsstufe 6.

Wie sieht es mit der Notbetreuung aus?

Solange es gerade für die jüngeren Schülerinnen und Schüler keinen geregelten Unterricht geben kann, wird das bewährte Notbetreuungsangebot in den Grundschulen und den weiterführenden Schulen insbesondere für die Jahrgangsstufen eins bis sechs aufrechterhalten. Es wurde zudem um weitere Bedarfsgruppen erweitert, um auch denjenigen Eltern ein Angebot machen zu können, die aufgrund des Wiedereinstiegs wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren.

Welche Rahmenbedingungen sind die Wiederaufnahme des Schulbetriebs nötig?

Im Wesentlichen sind die nachstehend genannten Punkte zu beachten:

  1. Zahl und Zusammensetzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Die Teilnehmerzahl ist zu begrenzen in Abhängigkeit von den zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten und der Zahl der benötigten Aufsichtspersonen. Es muss zwischen den Schülerinnen und Schülern (Prüflingen) und zwischen diesen und Lehrkräften (Prüfende / Aufsichtspersonal) ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden können. Es hat eine namentliche und nach Sitzplatz bezogene Registrierung zu erfolgen, um eine etwaige Nachbefragung bzw. Kontakt-Nachverfolgung zu ermöglichen. Personen mit bestimmten Vorerkrankungen (s.o.) sollten Rücksprache mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt nehmen.

  • Persönliches Verhalten

Neben Beachten der Husten- und Nieß-Etikette, der Händehygiene und der Abstandsregeln sollten keine Bedarfsgegenstände wie Gläser, Flaschen zum Trinken, Löffel etc. gemeinsam genutzt werden.

  • Ausschluss von Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit Symptomen

Symptomatisch kranke Personen sind von der Teilnahme an Unterricht und Prüfungen auszuschließen. Die Beteiligten (Prüflinge und Prüfende) sollten keiner gefährdeten Gruppe (s.o.) angehören. Zur Symptomatik bei COVID-19 finden Sie Hinweise in der verlinkten medizinisch-hygienischen Stellungnahme.

  • Gestaltung des Unterrichts- bzw. Prüfungsraums

Die Gestaltung der Räumlichkeit muss von der Tisch- und Sitzordnung, dem Zugang zum Raum (auch Treppenhäuser und sonstige Verkehrsflächen) und zum Sitzplatz, den Belüftungsmöglichkeiten und dem Zugang zu Toiletten und Waschgelegenheiten die Gewähr bieten, dass der vorgegebene Mindestabstand zwischen Prüflingen und Prüfern von 1,5 Metern zu jedem Zeitpunkt eingehalten werden kann. Die Hand-Kontaktflächen wie z.B. Tische sollen leicht zu reinigen sein.

  • Erweiterte Präventivmaßnahmen durch Tragen von Masken

Eine Maskenpflicht ist nur dann erforderlich, wenn die gebotene Abstandswahrung nicht eingehalten werden kann.

  • Händewasch- und Händedesinfektionsmöglichkeiten

Es ist für ausreichende Hände-Waschmöglichkeiten zu sorgen. Die Sanitäranlagen müssen mindestens mit ausreichend Seifenspendern ausgestattet sein. Sie müssen unter dem Kriterium der Abstandswahrung gut erreichbar sein. Der Zugang zur Händedesinfektion sollte vor Eintritt in den Unterrichts- bzw. Prüfungsraum und gegebenenfalls zusätzlich an gut erreichbaren Plätzen im Gebäude wie z.B. auf Fluren ermöglicht werden. Auf das Händeschütteln soll verzichtet werden. Die Hände sollten regelmäßig und gründlich mit Wasser und Seife über 20-30 Sekunden gewaschen werden. Hautverträgliche Händedesinfektionsmittel auf Alkoholbasis können bei nicht sichtbarer Verschmutzung alternativ benutzt werden.

  • Mittel für die Händehygiene und für Reinigung und Flächendesinfektion

Bei Verwendung von Desinfektionsmitteln für bestimmte, häufig von unterschiedlichen Personen berührten Flächen sollten nur geeignete Desinfektionsmittel für alle Handkontaktflächen verwendet werden. Ihr Schulträger verfügt dazu über die notwendigen Informationen.

  • Standards für die Sauberkeit in den Schulen

Potentiell kontaminierte Flächen, die durch Händekontakte zu einer Übertragung beitragen könnten, sollen durch eine arbeitstägliche Reinigung und in zuvor definierten Bereichen (z.B. Handkontaktflächen, gemeinsam benutze Tastaturen, Sanitäranlagen, Türkliniken und Treppenläufe) ggfls. durch eine zusätzliche Flächendesinfektion mittels Wischdesinfektion (z.B. vorgetränkte Wischtücher) dekontaminiert werden. Es sollten nur geeignete Desinfektionsmittel für alle Handkontaktflächen verwendet werden. Ihr Schulträger verfügt dazu über die notwendigen Informationen.

  • Hygieneplan

Die ergriffenen Maßnahmen sollen Eingang finden in den Hygieneplan nach § 36 Absatz 1 Infektionsschutzgesetz.  

  1. Kommunikation der Prüfungsbedingungen

Informationen zu den Prüfungsvoraussetzungen sollen schriftlich zusammengefasst werden und allen Beteiligten einschließlich der Erziehungsberechtigten, des sonstigen Schulpersonals und sonstiger Personen, die sich während des Unterrichts und der Prüfungen im Schulgebäude aufhalten, ausgehändigt oder in geeigneter Form zur Kenntnis gebracht werden.

Wer sorgt für die Hygiene an den Schulen?

Das ist Aufgabe der Schulträger, die die Vorgaben in der Hygiene-Handreichung des Ministeriums einhalten müssen. Auch abseits Corona müssen die Schulträger dafür sorgen, dass die Schulen ordentlich ausgestattet sind.

Wie wird sichergestellt, dass die Hygienemaßnahmen eingehalten werden?

Genauso wie bei allen Regelungen, die im Bereich Schule gelten: Das ist eine Dienstanweisung, die für alle Schulträger gilt. Sie ist einzuhalten und wird auch kontrolliert.

Was machen Schulen mit Lehrermangel?

Wir wissen, dass die Situation an unseren Schulen sehr unterschiedlich ist. Das ist auch durch den Lehrermangel bedingt. Von Montag bis Mittwoch sollen die Schulen genau diese Fragen klären und organisieren.

Wie sollen die Schulpausen geregelt werden? Besonders bei jüngeren Kindern?

Die dreitägige Vorlaufzeit vom 20. April 2020 bis zum 22. April 2020 gibt die Gelegenheit, in den Schulen Raumnutzungskonzepte zu entwickeln, die einen ausreichenden Abstand bei der Benutzung der Verkehrsflächen und Pausenhöfe sicherstellen. Es empfiehlt sich ein abgestimmtes Vorgehen mit dem Schulträger. Am 23. April startet auch zunächst erst die Prüfungsvorbereitungen der Abschlussklassen, also Schülern, die in der Regel 15 Jahre und älter sind.

Wie sieht es mit Grundschulen aus?

Die Grundschulen bleiben aufgrund der getroffenen Vereinbarungen zunächst noch geschlossen. Sollte die Entwicklung der Infektionsraten es zulassen, dann sollen sie allerdings schrittweise ab dem 04. Mai 2020 geöffnet werden – vorrangig für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4, um diese Kinder so gut wie möglich auf den im Sommer bevorstehenden Wechsel auf die weiterführenden Schulen vorzubereiten.

Wie geht es für Schülerinnen und Schüler aus Förderschulen weiter?

Auch in den Förderschulen soll ab Donnerstag, 23. April 2020 für die Abschlussklassen der Unterricht grundsätzlich wieder aufgenommen werden. Das gilt auch für Schülerinnen und Schüler in den Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung, soweit sie sich auf schulische Abschlüsse vorbereiten. Im Übrigen bleiben die Förderschulen mit den Förderschwerpunkten Geistige Entwicklung sowie Körperliche und motorische Entwicklung vorerst geschlossen. Schülerinnen und Schüler dieser Schulen benötigen zum einen oftmals ergänzende pflegerische und therapeutische Angebote, die besonderen Hygienemaßnahmen unterliegen; zum anderen ist es den Schülerinnen und Schüler aufgrund ihrer Disposition nicht immer in ausreichendem Maße möglich, die in Corona-Zeiten notwendigen Regeln einzuhalten.

Gibt es Regelungen für Schülerinnen und Schüler an Berufskollegs?

Unter Berücksichtigung der verfügbaren räumlichen Kapazitäten und des Personaleinsatzkonzeptes sind in den Berufskollegs mit Blick auf die jeweils nächsten Termine der zentralen und dezentralen Abschlussprüfungen sowie des schriftlichen Teils von Berufsabschlussprüfungen der Kammern und zuständigen Stellen zur Vorbereitung die Schülerinnen und Schüler nachfolgender Gruppen im Zeitraum vom 23. April 2020 bis 4. Mai 2020 prioritär zu beschulen:

1. Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums, die ihre Vorabiturklausuren als Voraussetzung für die Zulassung zum Zentralabitur noch schreiben müssen.

2. Schülerinnen und Schüler im Abschlussjahrgang der Fachklassen des Dualen Systems, die vor der Berufsabschlussprüfung und/oder der FHR-Prüfung stehen sowie alle Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen der Bildungsgänge, die vor dezentralen Prüfungen zu Berufs- oder Weiterbildungsabschlüssen und zum Erwerb von FHR- oder AHR stehen und die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen des Beruflichen Gymnasiums.

3. Schülerinnen und Schüler im Abschlussjahrgang der Fachklassen des Dualen Systems und den Klassen der Ausbildungsvorbereitung bzw. der einjährigen Bildungsgänge der Berufsfachschule Anlage B mit Blick darauf, dass diese mit den Noten des Abschlusszeugnisses die Vergabe eines Schulabschlusses erreichen können.

Wie geht es für Lehramtsstudierende sowie Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter weiter?

Das Ruhen des Unterrichts an Schulen hat auch Folgewirkungen für die Lehrerausbildung. Lehramtsstudierende sowie Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter sollen nach Möglichkeit keine Nachteile für ihr berufliches Fortkommen aus der Corona-Krise haben – und wir brauchen mehr denn je neu einzustellende Lehrkräfte. Mit dem geplanten Bildungssicherungsgesetz und Verordnungsregelungen soll es dem Ministerium und den Hochschulen (nach regionalen Gegebenheiten) für das Jahr 2020 ermöglicht werden, Anforderungen an die Dauer und Ausgestaltung der Praktika im Lehramtsstudium zu modifizieren.

Einstellungen neuer Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter wird es wie geplant zum 1. Mai 2020 geben; das Einstellungsverfahren in den Bezirksregierungen wird formal weitestgehend flexibilisiert. Bewerberinnen und Bewerber, die ihre Hochschulprüfungen noch abschließen müssen, können zudem notfalls noch im Juni nachrücken. Schließlich werden zum Abschluss der Ausbildung, im Rahmen der Zweiten Staatsprüfungen, modifizierte Unterrichtspraktische Prüfungen im Laufe des Mai vorgesehen, um möglichst Einstellungen in den Schuldienst noch in diesem Schuljahr zu ermöglichen. Hierzu ist im Rahmen der Kultusministerkonferenz am 2. April 2020 beschlossen worden, auch „andere Prüfungsformate bzw. Prüfungsersatzleistungen“ zuzulassen und die Abschlüsse gegenseitig anzuerkennen. Aus dem aktuellen Prüfungszyklus in Nordrhein-Westfalen seit Februar 2020 stehen von rund 3.800 Prüfungen noch knapp 850 Prüfungen aus. Diese waren vom Landesprüfungsamt zunächst für Ende April neu terminiert worden und sollen jetzt im Mai in veränderter Form durchgeführt werden; hierbei werden die bereits geleisteten Planungen und Vorbereitungen der Kandidatinnen und Kandidaten zugrunde gelegt. Der Vorbereitungsdienst der betroffenen Lehramtsanwärterinnen und -anwärter und das Beamtenverhältnis auf Widerruf verlängert sich automatisch mit einer Verschiebung der Prüfungstermine.

Wie sieht es mit dem ÖPNV aus? Erwarten uns jetzt wieder volle Busse und Bahnen?

Volle Öffentliche Verkehrsmittel wären jetzt kontraproduktiv. Allerdings gehört die Frage einer infektionsschutzrechtlich zulässigen Benutzung von Bussen und Bahnen nicht zum Zuständigkeitsbereich des Ministeriums für Schule und Bildung. Deshalb werden die Verkehrsbetriebe angewiesen, eine sichere Schülerbeförderung zu gewährleisten. Mit dem dreitägigen organisatorischen Vorlauf vom 20. April 2020 bis zum 22. April 2020 und einer sehr klaren Definition der zunächst erwarteten Schülergruppen können wir jedoch immerhin zur Planungssicherheit konstruktiv beitragen, sodass die zuständigen Stellen ausreichende Kapazitäten schaffen können.

Ein Gedanke zu „Fragen und Antworten zu den geplanten Schulöffnungen

  1. In Schweden sind Kitas und Schulen nicht geschlossen worden. Ja, daran gibt es auch Kritik. Aber in Schweden wird über den richtigen Weg in Coronakrise diskutiert! Und wie sieht es bei uns aus?

    Woher wollen wir in Deutschland wissen, daß unsere Politik des Shutdown die bessere ist?
    https://www.bild.de/bild-plus/geld/wirtschaft/wirtschaft/corona-massnahmen-schwedischer-professor-deutschland-zerstoert-gerade-seine-wirt-70214384,view=conversionToLogin.bild.html

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