Die Zukunft der innerstädtischen Mobilität beginnt jetzt!

von Bodo Middeldorf

Als verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion NRW befasse ich mich täglich mit allen möglichen Formen der Mobilität. Ich richte dabei den Fokus auf die Gestaltung der Zukunft, nicht die Verwaltung des Gestrigen. Wir stehen vor einem der größten Umbrüche in der Mobilität überhaupt. Daher sind neue, innovative Wege der Mobilität unsere Zukunft.

Die Zeit in der parlamentarischen Sommerpause habe ich genutzt, um mich über Details vor Ort zu informieren. Wie gehen Städte und Kommunen die Zukunft der Nahmobilität an? Welche Ansätze gibt es, um Menschen auf dem Land bedarfsorientiert von A nach B oder zu weiteren Verkehrsmitteln wie Zügen zu bekommen?

Um darauf zu antworten, habe ich mich mit innovativen Mobilitätsprojekten im ländlichen Raum befasst. Die Landesregierung fördert seit Anfang des Jahres Projekte, die für einen innovativen und kundenfreundlichen ÖPNV im ländlichen Raum stehen. Entsprechend habe ich in neun Städten spannende Projekte besucht.

Euskirchen

Der Kreis Euskirchen hat uns das Projekt eines E-Bike-Sharing-Systems vorgestellt. Geplant sind hier 110 E-Bikes an 10 Mobilitätsstationen, ausgebauten ÖPNV-Haltestellen sowie an 20 virtuellen Stationen zur Verfügung stehen sollen. Mit dabei war auch mein Landtagskollege Klaus Voussem von der CDU-Landtagsfraktion, der sich mit mir gemeinsam über das Projekt informiert hat.

Bodo Middeldorf (links) und Klaus Voussem (2.v.r.) unterwegs in Euskirchen zum Thema E-Bike-Sharing-System

Paderborn/Höxter

Mit meinem Fraktionskollegen Marc Lürbke war ich in Höxter. Hier beteiligt sich der Nahverkehrsverband an der Einführung eines On-Demand-Angebots. Ziel: Das On-Demand-Angebot soll zwei Stadtbuslinien ersetzen und nach dem Corner-to-Corner-Prinzip die Fläche erschließen. Ein spannendes Projekt, das uns im Kreis Paderborn präsentiert wurde.

Bodo Middeldorf und Marc Lürbke (rechts) unterwegs in Höxter zum Thema On-Demand-Nahverkehr

Märkischer Kreis

Auch im Märkischen Kreis dreht sich alles um ein On-Demand-Projekt. Das On-Demand-Angebot soll hier als Zubringer in die kleinen Siedlungen fungieren. Zusätzlich möchte man den ÖPNV stärker auf die Nutzerinteressen ausrichten. In Meinerzhagen soll ein flächendeckendes On-Demand-System entstehen, das Regionalbuslinien für Bürgerinnen und Bürger aus Valbert und anderen Siedlungen mit Zubringerdiensten besser erreichbar macht. Die professionellen Ansätze des Märkischen Verkehrsverbunds haben mich hier besonders davon überzeugt, dass die Landesförderung auch einen beachtenswerten Ertrag generieren kann. Zu meiner Freude haben meine Fraktionskollegin Angela Freimuth sowie der örtliche Kreistagsfraktionsvorsitzende Axel Hoffmann Zeit gefunden, mich bei dieser spannenden Präsentation zu begleiten.

Bodo Middeldorf (Mitte) und Angela Freimuth (2.v.r.) unterwegs im Märkischen Kreis zum Thema On-Demand im Nahverkehr mit Markus Bruch, Landrat Thomas Gemke und Axel Hoffmann (v.l.)

Neukirchen-Vluyn

Auf den Termin im Märkischen Kreis folgte ein Besuch in der Stadt Neukirchen-Vluyn. Auch hier steht eine On-Demand-Lösung im Mittelpunkt. Das Angebot soll hier aber konkret das Problem der „Letzten Meile“ lösen und als ein Tür-zu-Tür-Angebot agieren. Geplant sind hier für anfangs acht, mittelfristig zwölf Fahrzeuge. Eine Besonderheit: Das Projekt wird gleich auf die vier Kommunen Neukirchen-Vluyn, Moers, Rheinberg und Kamp-Lintfort ausgerichtet sein, was die Nutzbarkeit für die Menschen erhöhen soll. Ich habe großen Respekt, dass den handelnden Bürgermeistern und Mitarbeitern der Stadtverwaltungen ein solcher Koordinationsaufwand gelingt.

Ben Dinklage, Bürgermeister Harald Lenßen, Bodo Middeldorf und Projektleiter Stephan Baur in Neukirchen-Vluyn

Siegen

Der Zweckverband Personennahverkehr Westfalen-Süd beteiligt sich in Siegen an einem spannenden Projekt. Durch „Ridepooling“ sollen hier private PKWs in den ÖPNV eingebaut werden und als Zubringer zu weiteren ÖPNV-Angeboten verwendet werden. Das Projekt, das uns von ZWS-Geschäftsführer Günter Padt präsentiert wurde, macht einen spannenden Eindruck und lebt unter anderem von der Hilfsbereitschaft der Bürger, selbst Fahrten zum Beispiel in die nächste Stadt anzubieten. Dabei wird also auch das soziale Miteinander gestärkt.

Bodo Middeldorf und ZWS-Geschäftsführer Günter Padt

Münster/Hiltrup

Informative Gespräche gab es auch im Münsterland. Bei dem Projekt der Stadt Münster spielt ein On-Demand-System eine große Rolle. Das On-Demand-System soll hier bedarfsgesteuert die Fläche rund um die Stadt Münster erschließen. Münster hat als Studenten- und Fahrradstadt ein großes Potenzial für einen gut genutzten ÖPNV, das durch ein On-Demand-System und entsprechende technologische Ausstattung einen hohen Nutzerkreis ansprechen kann.

Münster: Bodo Middeldorf MdL und Stadtbaurat Robin Denstorff

Gronau

Weiter ging es im Münsterland in der Stadt Gronau. Ihr Konzept für den On-Demand-Stadtbus hat die Stadt für den Landeswettbewerb eingereicht. Geplant ist hier die komplette Umstellung des Stadtbussystems auf Nachfrage- und Bedarfsorientierung. Wichtige Knotenpunkte für das System sind die Bahnhöfe und die starken Busachsen.

Von dem geplanten Projekt bin ich begeistert und habe vor Ort betont, wie wichtig die neue Mobilität für ländlich geprägte Regionen ist. Das Projekt denkt den ÖPNV im ländlichen Raum neu und passt daher in hervorragender Weise in die Zielsetzung der Landesförderung. Besonders gefreut hat mich das Engagement der Projektverantwortlichen vor Ort. Es sind solche innovativen, beispielgebenden Ansätze, die wir in NRW unterstützen wollen und deren Erfolg maßgeblich vom Einsatz der handelnden Personen abhängt. Meiner Meinung  nach ist das Projekt in Gronau eines der am weitesten gedachten Projekte neuer Mobilitätsformen im ÖPNV, da es eine Ersetzung der aktuell bestehenden Linienbusse bereits nach wenigen Monaten plant – wahrlich zukunftsorientiert.

Bürgermeister Rainer Doetkotte, Bodo Middeldorf und Stadtbaurat Groß-Holtick

Borgholzhausen

In Borgholzhausen dreht sich alles um Tariflinien-E-Carsharing. An Orten und Zeiten, die mit dem schon vorhandenen ÖPNV nicht erschlossen werden können, soll die Nutzung eines E-Carsharing-Angebots eingeführt werden. Auf speziell eingerichteten Tariflinien soll dann der günstigere ÖPNV-Tarif gelten.

Hermann Ludewig, Sammy Addo, Susanne Ehmke, Jürgen Aufderheide, Bodo Middeldorf und Marc Lürbke

Borgholzhausen war die letzte Station meiner Tour. Der Schwerpunkt lag in diesem Jahr bei den On-Demand-Systemen. Diese reagieren flexibel auf die tatsächlichen Bedarfe der Menschen und kommen oftmals ohne festen Fahrplan oder Haltestellen aus. Ich bin überzeugt, dass On-Demand-Systeme Teil eines bedarfs- und nutzerorientierten ÖPNV gerade im ländlichen Raum sein können. Die Projekte denken den ÖPNV im ländlichen Raum neu und passen daher in hervorragender Weise in die Zielsetzung der Landesförderung.

Ich bin gespannt, wie alle Projekte voranschreiten und freue mich auf weitere Impulse und gegenseitigen Austausch mit Ihnen und euch über die Zukunft der Mobilität in Nordrhein-Westfalen!

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